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Mini Klasse Regatta SPO St.Peter-Ording Strandsegeln Video

German Open 2022

Früh morgens fuhr ich los nach Sankt Peter-Ording. Die Sonne ging gerade auf. Guter Stimmung fuhr ich weiter.

Als ich ankam war schon ordentlich was los im Hafen.

Die Wettervorhersage hatte viele Tage vorher schon guten Wind angekündigt für Sa+So, aber meistens kann man ja auf Vorhersagen über 3 Tage nichts geben. Diesmal passte es aber recht gut. Grün = schöner Wind zum Strandsegeln 🙂

Die Vorhersage blieb jedoch die ganzen Tage stabil. Freitag Abend sah es immer noch gut aus. Ordentlich Wind mit 15 bis 22 Knoten. Sonntag etwas weniger und abnehmend zum Mittag.

Vorab das Video des Tages, weitere Fotos, Details und Karten dann unten.

Hier die kompakte Übersicht von Wetter und Kurs beider Tage zusammen:

Tag 1 – mehr Wind – alles mit 4,6m² gesegelt – Topspeed 63 km/h, öfters kreuzen
Tag 2 – leichterer Wind – alles mit 5,5m² gesegelt – Topspeed 59 km/h, kein Kreuzen

Es kam besser. Der Wind kam und es gab zwei Tage lang Sonnenschein pur bei angenehmen 20 Grad. Einfach toll!

Ich hatte lange nicht auf die Anmeldeliste geschaut und war überrascht, dass quasi doppelt so viele Mini Yachten gemeldet hatten (33) wie bei den letzten Regatten.

Der Wind kam aus Osten – von Land. Bei der Stärke entschied ich mich gleich für das 4,6m² Segel, nicht dass 5,5er.

Der Kurs lief im Uhrzeigersinn und hatte die Herausforderung nach Süden hin hoch an den Wind zu gehen. Ferner war kurz nach der nördlichen Wendemarke die zweite Bahnmarke bei einem Priel gesteckt. Hier musste man kurzzeitig noch höher gehen durch bremsenden Riffelsand hindurch. Konnte ich nicht ausreichend Tempo aufnehmen, wurde es eng (siehe Video).

9:30 Uhr Pilotenbesprechung

Draußen auf der Sandbank

Viele Mini Yachten sind da
Blick nach Norden
Blick nach Süden

Die Sonne scheint, ein toller Blick in die Ferne.

Während die Bahn abgesteckt wird, warten wir auf das Signal die Strandabsperrung zu errichten.

Stefan hat heute seine neuen Strandwagen von Plumefactory dabei. Sein Plume hat er ganz frisch, und dementsprechend war er mit dem Setup Einstellungen noch viel beschäftigt. Wie sich im Rennen später zeigte, müssen er und der Wagen sich noch aneinander gewöhnen.

Hier ist der Vergleich zum Libre Segelwagen ganz interessant. Der Mastköker ist nicht direkt auf dem Rahmen und nahe beim Vorderrad wie beim Libre. Diese Entkopplung plus das gefederte Vorderrad versprechen bei den ruppigen Prielen oder Riffelsand eine ruhigere Lage, die sich auf das Segelprofil positiv auswirken dürfte.

Unten derselbe Wagen von Gitta S. der aus der selben Schmiede stammt. Diesen Wagentyp werde ich mich noch einmal näher widmen bei Gelegenheit.

Nun aber zum Briefing! Der Kurs wird uns vorgestellt.

Olaf, unser Regattaleiter, weist uns in die heutigen Gegebenheiten des Strandes ein. Mit Witz und Ironie veranschaulicht er uns immer die Tücken des Parkours, ohne alles zu verraten.

Jedes Mal wenn ich in SPO fahre sind die Sandbänke anders. Das gilt nicht nur für die Lage, sondern auch für die Beschaffenheit.

Olaf W. unser Regattaleiter

Die Wettfahrten gingen los. Zuerst starteten die Klasse Standart und Klasse 5 auf der Bahn.

Race 1

(full screen)

Speedprofile

Segel: 4,6m²
Strecke: 6,1 km
Speed max: 58 km/h

Jawohl! Die Proberunde hatte es schon angedeutet. Heute bläßt der Wind ordentlich und der Segelwagen nimmt ein schönes Tempo auf. Das verspricht ein Riesenspaß zu werden heute!

Race 2

(full screen)

Speedprofile

Segel: 4,6m²
Strecke: 6,9 km
Speed max: 63 km/h

Topspeed um die 60 konnte ich zwischendurch erkennen. Man war das ein Rennen! Es ging richtig zur Sache auf dem Weg Richtung Norden.

Die Idee war mir auch schon mal gekommen, ob alte Surfsegel nicht auch geeignet wären für den Strandsegler. Der Wagen war nur an Tag 1 dabei, aber im Schnitt auf Platz 17 von 33 unterwegs damit. Beachtlich!

Race 3

(full screen)

Speedprofile

Segel: 4,6m²
Strecke: 8,2 km
Speed max: 58,5 km/h

Tagesbilanz:

Wind: O bis SO ca.14-16kn, in Böen bis 22+ kn
Segel: 4,6m²
Speed max: 63 km/h
Strecke: 32 km, davon 21 km Wettfahrten

Der Tag forderte aber auch Opfer, leider. Hier ein Segelwagen den ich noch nicht gesehen hatte. Französische Bauart von Seagull. Von dem Hersteller stammt auch die Standart Klasse. Seltsamerweise finde ich diesen Wagen nicht auf der Website vom Hersteller.

Hier wurde die linke Achse verbogen, wahrscheinlich bei einem der Priele. Da kann bestimmt schon mal ein Mehrfaches des eigenen Köpergewichts an Belastung auftreten, wenn man mit Speed über so einen Absatz oder Bodenwellen fährt.

Linke Achse verbogen
Rechte Achse okay

Ende für den ersten Wettfahrtstag. Kurz vor der Rückfahrt zum Hafen sammeln sich alle Segler, um gemeinsam zu fahren. Dann kommen auch die Klasse 2 und Klasse 3 Strandsegler wieder in Sichtweite, da sie sonst immer weiter südlicher einen eigenen, größeren Kurs fahren als die Mini´s.

Hier ein paar Eindrücke von diesen großen Wagen

Der Tag neigte sich schließlich dem Ende zu und die Sonne brannte immer noch.

Sonnenuntergang mit Schafen
Sonnenuntergang am Strandaufgang beim YCSPO

Tag 2

Der Tag war bevölkt vorhergesagt, doch es gab nur Sonnenschein.

Dafür traf die Windvorhersage recht gut ein. Der Wind war schächer als am Vortag und sollte noch abnehmen. Für mich keine Frage heute gleich zum 5,5m² Segel zu greifen – eine gute Wahl wie sich rausstellte. Der Windeinbruch der Vorhersage kam zum Glück aber nicht.

Der weiche Sand war echt anstrengend zu laufen, besonders mit einem Strandseglerwagen im Schlepptau. Gefühlt 500kg zog ich hinter mir her. Viele hatten ihren Segelwagen daher draußen an der Düne bei den Wagen der Strandsegelschule geparkt.

Ich hatte das Glück die 200m dorthin rausgezogen zu werden.

Im Schlepptau des Lada Niva 4×4

Doch dann hieß es auch für mich wie alle anderen den Wagen rausziehen bis nach vorne wo der Strandsand fest genug zum Fahren war.

Der lange Weg nach vorne ans Wasser …
… es ist fast geschafft, dann kann endlich gesegelt werden.
Da hinten ist die Seebrücke und wir müssen noch über einen Kilometer südlicher davon

Wir sammelten uns wieder unten auf der Sandbank, um die Absperrungen gemeinsam zu errichten, damit keine Spaziergänger in die Gefahrenzone laufen.

Schön aufgereiht stehen die Strandsegler
Fast nur Mini Yachten, auf den ersten Blick …

Eine Proberunde fiel diesmal aus, wir starteten gleich mit dem Rennen. Die Klasse 5 und Standart gingen aber zuerst auf die Strecke.

Das Starterfeld Klasse 5 und Standart

Die Windrichtung fiel ein klein wenig östlicher aus, so dass ich nach Süden auf Am Wind Kurs durchfahren konnte. Am Tag davor war ich öfters zum Kreuzen verdammt gewesen, konnte die notwendige Höhe nicht fahren. Das gefiel mir deutlich besser.

Race 4

(full screen)

Speedprofile

Segel: 5,5m²
Strecke: 9,1 km
Speed max: 55 km/h

Hier ist die nördliche Wendemarke zu sehen. Man musste im größeren Bogen rum, um nicht in den kleinen See zu fahren. Hier wurde später der Sand auch sehr weich und wir verloren immer mehr Fahrt auf den Weg Richtung Ziellinie.

Race 5

(full screen)

Speedprofile

Segel: 5,5m²
Strecke: 8,8 km
Speed max: 59 km/h

Viel Sonne und blauer Himmel – ganz anders als die Vorhersage

Sonne hinter Segel – hier Miniyacht G 482

Race 6

(full screen)

Speedprofile

Segel: 5,5m²
Strecke: 8,6 km
Speed max: 56 km/h

Ein schöner Anblick diese Segel

Race 7

(full screen)

Speedprofile

Segel: 5,5m²
Strecke: 8,9 km
Speed max: 57 km/h

Tagesbilanz:

Wind: O 12kn, in Böen etwa 18 kn
Segel: 5,5m²
Speed max: 59 km/h
Strecke: 44 km, davon 35 km Wettfahrten

Gesamtstrecke des Wochenendes:

76 km, davon 56 km Wettfahrten

Am Ende laufen wir wieder alle gemeinsam langsam ab zum Hafen. Mehr als Schrittgeschwindigkeit ist aber zur Sicherheit nicht erlaubt bei der Hundeauslaufzone und der Badestelle Höhe Seebrücke. Danach können wir Schwung holen, um über die Plate zum Hafen zu gelangen. Dafür war der Sand jedoch viel zu weich geworden nach den vielen heißen Wochen, also wieder den Wagen mühsam ziehen.

Später saßen wir gemeinsam im Clubhaus und feierten ein wenig. Von 32 Mini-Seglern belegte ich Platz 17 diesmal. Weiter vorne als sonst 🙂

Beim YCSPO ist hier die Ergebnisliste zu finden (Bkup) sowie hier ein Bericht.

Mein Dank geht an die vielen Helfer, die diese Regatta ermöglicht haben. Toll war auch wieder die vielen bekannten, mittlerweile vertrauten, Leute getroffen und mit ihnen zusammen die Sandbänke abgesegelt zu haben.

Es war ein wunderbares Wochenende. Der Wind hat gut mitgespielt und die 20 Grad mit Sonnenschein waren ein Geschenk.

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