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Regatta SPO St.Peter-Ording Strandsegeln

Meine erste Regatta

Ein traumhafter Anblick in der morgenlichen Sonne.

Eigentlich wollte ich es ruhig angehen lassen und meldete mich als Helfer für die Regatta. Ich hatte keine Ahnung wie so etwas abläuft und wollte als Helfer erst einmal alles aus der Distanz kennenlernen.

Doch dann meldete sich Stefan: „Ich habe gemeldet, fährts Du auch mit?“ Hhm, tja, also … warum eigentlich nicht! Rein ins Getümmel. Wie spannend!

So um die 10 bis12 Knoten Wind waren angesagt, recht schwacher Wind, aber mal sehen.

Die Regatta ging über zwei Tage vom 9. bis 10. Oktober 2021, aber ich konnte nur den ersten Tag teilnehmen. Eine gute Platzierung war also von vorneherein ausgeschlossen, aber egal: Erfahrung sammeln und einfach mal dabei sein! Mit Stefan vom Pilotenkurs zusammen macht’s gleich viel mehr Spaß als alleine.

Los ging es im Nebel. Niemand war draußen auf dem Strand außer uns Seglern.

Nachdem wir vor ans Wasser unsere Wagen gezogen hatten, fuhren wir langsam runter zur Startzone. Auf einmal wurde wie ein Vorhang der Nebel zur Seite gezogen und wir standen in der Sonne. Was für ein Anblick! Die Sonne knapp über dem Horizont, einfach toll da draußen auf der weiten Sandbank zu sein in dem Moment.

Lange Schatten, der Tag ist noch jung. Das Regattagebiet wird für Spaziergänger sichtbar abgesprerrt.

Hier die großen Segelwagen der Klasse 2 und 3, quasi die „Formel 1“ im Strandsegelsport.

Hier einer der wenigen Strandsegler der Klasse 5 zwischen all den Wagen der Klasse Mini.

Dann wurde es bei der Pilotenbesprechung herzlich. Alle stimmten gemeinsam das „Happy Birthday“ Lied an. In blau zu sehen das Geburtstagskind Roland Gäbler.

Eine Verbeugung zum Dank. Das war wirklich sehr nett von allen Segelkameraden.

Roland Gäbler ist allen Seglern im Wassersport schon seit über 30 Jahren bekannt. Er ist ein erfolgreicher Tornado Segler (ein Katamaran, der international gesegelt wird) und hat unzählige Titel geholt. Er kennt sich also mit hohen Geschwindigkeiten beim Segeln bestens aus. Auf seiner Website teamgaebler kann man viel nachlesen.

Für mich ist das irgendwie witzig die Seglerlegende Roland Gäbler live zu erleben und quasi „mit“ ihm Regatta zu fahren, wenn auch in einer anderen Wagenklasse.

Kursbesprechung: hier die Wendezone in klein dargestellt.

Zuerst starten Klasse 2 und 3. Die Mini´s und Standart Yachten müssen warten.

Strandsegelregatta in St.Peter-Ording Herbst 2021

Hier fährt Roland Gäbler in seinem Strandsegler der Klasse 3

Danach geht es los für die Mini Yachten. Hier sieht man sie in der Startzone warten.

Der Start erfolgt fliegend, also alle kreisen vor der Startlinie bis es los geht. Der Wind war schwach und dann war auch noch riffeliger Sand vor der Linie. Das bremste ungemein, schwierige Bedingungen.

Die Regatta waren drei Fahrten á 15 Minuten. Es wurde echt frustrierend für mich. Der Wind war mit 10 kn sehr schwach, zu schwach für mich. Jugendliche und leichte Fahrer fuhren unvermindert darauf los, aber schwerere Fahrer wie ich quälten sich.

Anschieben, aufspringen, ein paar Meter rollen, hoffen das es anspringt, dann doch absteigen, aufspringen und wieder anschieben. Das habe ich bestimmt an die 30x machen müssen, um überhaupt ins Ziel zu kommen. Dabei rollten viele andere Fahrer Runde um Runde um mich und ein paar Leidensgenossen_innen herum. Puh, zumindest erging es mir nicht alleine so 😉

Beim zweiten und dritten Rennen wurde es zwar etwas besser, aber ohne x-faches Anschieben lief auch hier nichts bei mir. Der Wind reichte einfach nicht aus, um mich in Fahrt zu bringen oder zu halten.

Ich war echt bedient, aber irgendwie auch glücklich. Muss man ja alles mal erlebt haben. Das ist beim normalen Segeln auch so.


Nach der Regatta wurde gemeinsam die Absperrungen abgebaut, die dann doch einige Spaziergänger abgehalten hatte ins Regattagebiet zu laufen.

Anschließend fuhren wir als große Gruppe gemeinsam sehr langsam zurück in das Regattagebiet A nördlich der Arche Noah um keine Passanten zu gefährden.

Vor lauter Aufregung hatte ich leider an dem Tag vergessen die Regatta mit GPS aufzuzeichnen. Das fiel mir erst am Ende auf. Zum Spaß habe ich dann eben die Rückfahrt aufgezeichnet, um zu sehen wo wir eigentlich gewesen waren (siehe Grafik weiter unten).

Zur Regatta hatte für mich der Wind nicht gereicht, bei der Rückfahrt war es dann zum Glück anders, sonst wäre es ein weiter Weg geworden.

Die Rückfahrt vom Regattagebiet (full screen)

Wind SO 10-12kn
Segel 5,5m²

Wie man am Speedprofil sehen kann habe ich sogar für ca. eine Minute etwa 30-40 km/h erreicht. Davon hätte ich sehr gerne mehr gehabt während der Regatta 🙁

In dieser Gruppe mitzusegeln war irgendwie klasse. Teil dieser Strandsegler zu sein, war lange ein Traum gewesen und nun war mit dabei 🙂

Wir sind ganz langsam gefahren als Gruppe. Der Wind kam von hinten und ich hatte Mühe den Wagen nicht zu schnell werden zu lassen. Ich war ziemlich als Letzter der Gruppe gefolgt, kam aber immer näher auf. Die Schot des Segels konnte ich nicht weiter fieren ohne die Kontrolle zu verlieren und so sah ich mich gezwungen ein paar Schlenker zu rollen, um nicht aufzulaufen (kann man im GPS Track oben sehen – mal zoomen).

Später wurde ich von Regattaleiter Sven dafür freundlich gerügt: keine Schlenker in dieser Übergangszone bei der Arche Noah fahren wegen der Spaziergänger! Sein Tipp für diesen Raumschot-Kurs: die Schot ganz rausnehmen und ohne Umlenkung am Baum montieren, so dass ich das Segel weiter aufmachen und direkt aus der Hand fahren kann.

Darauf wäre ich nicht gekommen. Wieder was gelernt für das nächste Mal 🙂

Ach ja, ich wurde Letzter der Regatta 😉

Hier die Ergebnisliste beim YCSPO (bkup)

Platz 13, 16 + 17 von 18 Teilnehmern am ersten Tag war meine Bilanz. Da ich ja am zweiten Tag nicht teilnahm, war dieser Gesamtplatz keine Überraschung.

Stefan hatte diese Probleme überhaupt nicht, bei ihm lief es glänzend. Er kam insgesamt auf Platz 2. Hut ab!

Ich glaube, wenn man als Newcomer so schnell so hoch einsteigt in die Szene, wird man schnell berühmt und berüchtigt 🙂


Fazit: wieder habe ich viel gelernt. Das hatte ich so gewollt 🙂

Die Mini Felder sind groß und voll. Man muss beim Start sehr aufpassen nicht aneinander zu geraten und Sandbänke werden beim Kreuzen echt schmal mit so vielen Mitseglern.

Das Frustrierenste, der zu schwache Wind, war aber letztlich auch eine gute Erfahrung. Ich weiß nun wie man den Wagen im Regattamodus anschieben kann. Das war nicht Teil der Ausbildung in der Segelschule.

Die beste Erkenntnis aber war, dass 10kn Wind für mich persönlich mit 5,5m² Segel die Untergrenze des segelbaren darstellt im Mini. Vielleicht mag ein 6,5m² Segel mal ein Option sein für mich.

Das ist wichtig zu wissen für die Zukunft. 12 bis 15 kn Wind sollten es für mich schon sein.
Im Segelboot auf dem Wasser ist das anders. Dort geht es immer irgendwie langsam weiter, auch bei Flaute (okay, mich haben schon Enten und Wasserläufer Insekten überholt).

Beim Strandsegeln stehts du einfach und gar nichts geht – das ist dann echt super frustrierend! Zu wenig Wind und weicher Sand sind die Hölle.