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Willkommen

Moin, ich bin Malte

Freiheit und Abenteuer auf 3 Rädern mit der Kraft des Windes. Schlick kann einem beim Strandsegeln schon mal komplett die Sicht nehmen 🙂

Segeln ist meine Leidenschaft. Schon lange bin ich auf dem Wasser mit meinem Holzpiraten unterwegs, aber seit 2021 bin ich auch noch Strandsegler Pilot. Meine Erlebnisse und Gedanken dazu halte ich in diesem Blog fest. Ein zweites, viel schnelleres Seglerleben hat für mich begonnen… 🙂

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Technik

Wann welches Segel?

Meist stehen bei der Mini Yacht 5.60 etwa drei Segel zur Auswahl: ca. 5,5m², 4,5m² und 3,5m².

Hier ein 3,5m² Segel für Starkwind in Grün

Es gibt Segeltage da fällt mir die Wahl leicht, und dann gibt es die Tage da tue ich mich echt schwer, wenn es Wind in Übergangsbereichen gibt, oder wenn sehr böiger Wind ist.

Ich frage gerne mehrere Segler nach Ihrer Wahl und Tipps von Altmeistern nehme ich auch gerne an. Ein leichter, jugendlicher Mitsegler wäre aber ein schlechter Maßstab für mich, darauf muss ich achten – ich wiege keine 60kg mehr 😉

Erschwert wird die Wahl darüberhinaus beim Strandsegeln da „viel hilft viel“ eben nicht unbedingt gilt! So mag bei leichten bis mittleren Wind ein größeres Segel als erste Wahl erscheinen, aber eine große Segelfläche bremst auch und kann bauchiger sein. Das kann schlecht für die Topspeed sein, so meine Beobachtung. Oft habe ich festgestellt, dass ein kleineres Segel auch die bessere Wahl sein kann. Es ist also gar nicht so einfach sich zu entscheiden.

Hier nahm ich ein blaues 4,6m² Segel für mittlere Windstärken

Ich habe mir nun folgende Tabelle als Hilfe erstellt und auf meiner Wetterseite von SPO eingefügt. Sie ist ein erster Entwurf und muss sich in der Praxis noch bewähren.

Sie liest sich von links:
Beispiel: bei einem Wind von 13 Knoten mit möglichen Böen von 14 bis 21 Knoten (bis Faktor ~1,6) würde ich zum 5,5m² Segel greifen. Ab 15 Knoten würde ich das 4,6er aufziehen.

So meine Theorie – aktuell

Vorsicht:
diese Tabelle ist auf mich persönlich zugeschnitten. Anderen Seglern mit anderen Körpergewicht und Segelgrößen mag dieses ggf. nicht helfen, aber vielleicht eine Anregung sein sich eine eigene zu erstellen.

Wie bin zu dieser Tabelle gekommen?

Ich habe hier im Blog mir Notizen gemacht bei welchen Windverhältnissen ich gesegelt bin. Zusätzlich habe ich die Segelgröße vermerkt und wie schnell ich war. Diese habe ich eingetragen und mein angedachtes Raster der Segelgrößen darübergelegt.

Oben die Segelgöße, unten dazu die maximal erzielte Geschwindigkeit.

Es sind noch recht wenige Datenpunkte, aber ich kann mir schon die ersten Erkenntnisse daraus ziehen.

Vier Felder fallen besonders auf. Dort sind 2x Segelwechsel vermerkt und zweimal war eventuell das Segel zu klein gewählt worden von mir, man kann das aber auch umgekehrt sehen!

Ferner ist der Bereich unter 10 Knoten meine persönliche „Todeszone“.

Einmal musste ich erleben wie bei solch einem Tag acht von zehn Mitseglern damit leben konnten, ich aber leider nicht 🙁

Ich musste dutzendfach immer wieder aussteigen und anschieben. Es hat nicht sollen sein! Seit dem weiß ich, dass ich mindestens 10 Knoten Wind benötige. Ein größeres 6,5m² Segel ist in meinen Augen keine Option. Zu schmal ist der Einsatzbereich (bis 12 Kn vielleicht) und zu selten kommt das vor, da lass ich es lieber bleiben.

Nachdem ich die Tabelle aufgestellt hatte, wurde mir deutlich, wie selten ich ein 3,5m² Starkwindsegel benötigt hatte. Die Gretchenfrage war meistens: 4,5m² oder 5,5m²?

Das Windratio lag bei meinen Aufzeichnungen zwischen 1,1 bis max. 1,6. Das heißt die Windböen waren maximal das 1,6 fache der Mindestwindstärke. So sind oben die möglichen Kästchen angelegt.

Die Böen lagen bei meinen Fahrten in den meisten Fällen bei Faktor 1,6 maximal

Ich habe mir vorgenommen tendenziell mit etwas mehr Segelfläche zu starten am Anfang. Sollte ich draussen auf der Sandbank feststellen, dass ich zu viele (Auf-)Steiger habe (ein sich anhebendes Rad in Böen), wird das Segeln sehr mühsam und ich würde auf ein kleineres Segel wechseln. Die kleinere Segelfläche hat auch weniger Druck und lässt sich leichter dichter nehmen.

Überhaupt hat es mich im nachhinein überrascht, das Segeln bei viel Wind im kleinen 3,5er Segel viel angenehmer ist als bei wenig Wind mit dem 5,5er. Man sollte meinen der deutliche stärkere Wind würde einem viel Druck ins Segel bringen und viel Kraft an der Schot abverlangen. Es ist umgekehrt: das 5,5er war für mich kräftezerrender zu fahren – interessante Erfahrung. Oder irre ich mich? Mal darauf achten.

Hier das große, graue Segel mit 5,5m²

Aus der Häufigkeit meiner Eintragungen könnte ich schon eine erste Verteilung der Segelnutzung ableiten. Zum Spaß habe ich aber mal geschaut, was Windmesswerte vom DWD einem hier an die Hand geben können – für Laien-Statistiker 🙂

Leider gibt es keine Daten für Sankt Peter-Ording. Daher habe ich mir Mittelwerte aus Daten von List auf Sylt und Norderney gebildet für mein geplantes Segel Setup.

Ergebnis vorweg:
an 30% aller Tage im Jahr kann ich gar nicht strandsegeln gehen. Der Wind ist entweder an 26% aller Tage zu schwach (<10kn) oder an 4% der Tage zu stark zum Segeln (>28+ kn Windgeschwindigkeit). An den 70% aller Tage an denen ich mit dem Strandsegler segeln kann dürften mit dieser Wahrscheinlichkeit folgende Segel zum Einsatz kommen:

  • 50% das 5,5m² Segel
  • 25% das 4,6m² Segel
  • 25% das 3,5m² Segel

Die lange Messreihen vom DWD umfassen gut 50 Jahre Daten (Downloads hier, Station auswählen, Zeitraum: Tageswert, Auflösung: historisch). Über 19.000 Datensätze habe ich so je Station in die Auswertung mit einbezogen. Folgende Windstärkenverteilungen kann man dann sehen:

Grundlage sind die Tagesmittel der Windgeschwindigkeit m/s als arithm.Mittel aus mind. 21 Stundenwerten vom 1.1.1969 bis zum 31.12.2021.

Wende ich nun meine Segelauswahltabelle von oben auf diese Messreihen an, erhalte ich unterschiedliche Häufigkeiten bzw. Wahrscheinlichkeiten wie oft ich welches Segel nutzen könnte.

Meine Annahme:
ich denke Cuxhaven liegt bei vorherschend westlichen Winden etwas zu sehr in Landabdeckung und daher mittle ich für St.Peter-Ording die Werte von Norderney und Sylt. Dies ergibt folgendes Bild:

Regel 1: 70/30 Chance für Segelwetter

Ich rechne also mit zu wenig Wind an ca. 26% aller Tage plus zuviel Wind an ca.4% der Tage, d.h. segelbarer Wind gibt es an etwa 70% aller Tage im Jahr.

Regel 2: 50 – 25 – 25 für die Segelwahl (groß, mittel, klein)

Wenn also gesegelt werden kann, entfallen für mich (dicker Daumenwert) ca.

  • 50% auf das 5,5m² Segel
  • 25% auf das 4,5m² Segel
  • 25% für das 3,5m² Segel

Soweit mein kleiner Exkurs und meine Annahmen. Mal sehen wie das alles passen wird. Ich bin gespannt. Meine Segelwahltabelle ist natürlich blanke Theorie. Ich hoffe aber meine Entscheidungen fallen mir nun zukünftig etwas leichter.

Schaun wir mal wie es sich ausgeht… 🙂

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Strandsegeln

Strandsegler Unser

Strandsegler unser auf dem Sand.
Geheiligt sei dein Reifen.
Die Ebbe und der freie Kurs komme.
Der Priel verschwinde,
wie am Meer, so auch auf der Sandbank.
Unseren täglichen Wind gib uns heute.
Und vergib unsere umgefahrene Flagge,
wie auch wir vergeben der TZ.
Und lass unsere Leidenschaft nie versiegen,
sondern erlöse uns von der Flaute.
Denn dein ist die Sandbank
und die Freiheit und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Raum!

Inspiriert von dem Typen vor mir in der Schlange beim Bäcker, der ein „Biker Unser“ T-Shirt trug 😉

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Strandsegeln

Rückblick 2022

Im Sommer 2021 habe ich den Pilotenschein für das Strandsegeln gemacht und an meiner ersten Regatta teilgenommen. 2022 war somit die erste richtige Saison die ich absolviert habe und wie man sieht doch recht aktiv 🙂

In Summe bin ich 392 km auf dem Strand gesegelt.

Ich bin erstaunt, dass hätte ich am Anfang des Jahres so nicht gedacht.

Dieser Sport lebt von der Unterstützung seiner Vereinsmitglieder. Ohne die vielen Helfer wären die Regatten gar nicht möglich. Das fängt bei der sichtbaren Crew der Regattaleitung und Streckensicherung an und endet bei der Versorgung mit warmer Suppe oder Eintopf im Clubhaus danach. Nicht zu vergessen die oft nicht sichtbaren „Kleinigkeiten“ die die Dinge insgesamt in Schuss und am Laufen halten.

Alles in allem, habe ich sehr viel dazu gelernt. Das Beste sind neben dem Segeln aber die vielen, freundlichen Mitsegler! Diese eingeschworene Gemeinschaft hat mich als Neuling so freundlich aufgenommen, das ist richtig toll! Klasse! Vielen, vielen Dank!

Ich hoffe 2023 wird wieder ein schönes Jahr zum Strandsegeln!

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Netzfund

Neuer Weltrekord

Greenbird ist Geschichte. Der bisherige Rekord mit 202,9 km/h aus dem Jahre 2009 wurde gebrochen. In Australien wurde gerade ein neuer Rekord im Landsegeln aufgestellt.

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Das Emirates Team New Zealand hat mit seinem Segelwagen „Horonuku“ 222,4 km/h erreicht. Bei 22 Knoten Wind (39km/h, 6 Bft.) ist dies der unglaubliche Faktor von 5,7x so schnell wie der wahre Wind. Hut ab!

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Mini Klasse Regatta SPO St.Peter-Ording Strandsegeln Video

SAU Pokal 2022

Der Saisonabschluss und -umlauf Pokal wurde am Sa. 5.November 2022 ausgetragen. Je zwei Fahrer teilten sich einen Segelwagen der Klasse Mini Yacht 5.60. Das versprach abwechslungsreich zu werden, ich freute mich sehr auf diesen Strandsegeltag.

Für alle Neugierigen hier gleich das Video von dem Tag:

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[Update 25.11.2022 – Stefans Video ist online]

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Auf meiner Fahrt nach Sankt Peter-Ording, eine Woche nach der Winterzeitumstellung, begann der Tag mit der Morgendämmerung und 4 Grad. Hier legt sich Morgennebel über eine Rinderherde, ein toller Anblick.

Etwas später kam hinter mir die Sonne am Horizont hoch.

Es blieb sonnig und so wurde ich auch in den Dünen und am Hafen mit tollen Wetter empfangen.

Die Vereinsflage steht stramm. Genug Wind ist also schon mal da …

Noch ist nicht viel los im Hafen, dies änderte sich aber schnell.

Noch sieht der Hafen verschlafen aus, nur ein Mini Segel ist gesetzt.

Skippertreffen war um 10:00 Uhr angesetzt.

Die Flut war am Vormittag, daher sollte auf der Plate gesegelt werden, doch die war schon am Vortag komplett überspült worden und heute noch sehr nass. Ein Strandsegeln dort war schlecht möglich. Die Hoffnungen lagen also auf der Sandbank am Nachmittag.

Nächstes Treffen um 13:00 Uhr, da Ebbe erst um ca. 18:00 Uhr sein sollte.

Die Crews wurden ausgelost nach Körpergröße. Offenbar bin ich der zweitgrößte Segler, denn ich bekam den größten Segler Kay-Enno zugeteilt, welch Ehre. Kay-Enno, sonst in der Klasse Standart sehr erfolgreich unterwegs, bekam mich Youngster zugeteilt.

Ich habe auch gleich viel gelernt von ihm als wir den Segelwagen aufriggten. Enno kontrollierte die Spannung der Segellatten im Segel, daran hatte ich in der Tat bislang noch nie gedacht. Bei meiner Segeljolle spielen die eine untergeordnete Rolle, nicht so beim Strandsegeln!

Dann wurde es kniffliger: Spur einstellen! Die Empfehlung sei nicht genau gerade, sondern leicht nach außen.

Hierzu legten wir am Reifen eine Segellatte an und maßen mit einem Metallmessband den Abstand zum Rahmen am Sitz und vorne vor dem Mast. Leicht nach außen hieß hier ca.+1 cm im Vergleich nach hinten. Durch diese Einstellung wird gleichzeitig der Sturz mit eingestellt durch leichtes Verdrehen der Hinterradachse. Wieder was gelernt 🙂

Ferner wurde der Lauf und das Spiel der Radlager kontrolliert und leicht justiert mit einem 30er Schraubenschlüssel (den hat man auch nicht im üblichen Werkzeugkasten rumliegen).

Ein Blick auf die Windvorhersage, dem tatsächlichen Wind und den gesegelten Segelkurs.

Mit 4,6m² bin ich gesegelt bei ca. 16-24kn. Topspeed: 65 km/h Malte, 70 km/h Kay-Enno